Aufbau Kachelofen
-- technischer Aufbau
Antike Kachelöfen wurden ursprünglich immer als
sogenannte Grundöfen aufgebaut. Der Ofen besteht
bei dieser Bauweise aus Feuerraum und nachfolgenden Heizgas-Zügen, gemauert aus Schamottsteinen.
Diese haben eine sehr hohe Wärmespeicher-Kapazität; die Kacheln bilden - in unmittelbaren Anschluß an die innere Schamottstein-Hülle - quasi nur die
"Außenhaut" des Ofens. Die Wärmeabgabe über
die Kachel- Oberfläche erfolgt überwiegend als
Strahlungswärme.
Durch die große Masse an vermauerten Steinen ist
ein derart aufgebauter Ofen zugleich ein Speicherofen; die Wärmeabgabe erfolgt nach einer Anheizphase kontinuierlich und, -je nach Bauweise-, über
einen Zeitraum bis zu 12 Stunden.
Strahlungswärme ist gesunde Wärme. Seit Urzeiten
geniesst der Mensch sie in Form der Sonnenwärme.
Im Gegensatz zur Konvektionswärme, die die Luft als
Wärmeträger nutzt, wird durch Strahlungswärme die
Raumluft und die in ihr enthaltenen Bestandteile wie
Staub und und Keime nicht aufgewirbelt; ein weiterer
Vorteil: die Luft wird nicht ausgetrocknet.
Grundofen
(für eine Vollansicht bitte auf das Bild klicken)
Grundöfen setzen grosses Können beim Ofenbauer
voraus: Länge und Dimensionierung der keramischen
Züge müssen auf Ofengrösse, Schornstein und Raum
abgestimmt , Dehnfugen müssen berücksichtigt werden. Leider ist beim Grundofen eine unterschiedliche
Erwärmung der Oberfläche technisch nicht vermeidbar.
So wirken die beim Abbrand auftretenden grossen
Temperaturunterschiede langfristig materialermüdend und sind, insbesondere für sehr altes, jahrhundertelang thermisch vorbelastetes Kachelmaterial problematisch.Hier empfiehlt sich der Aufbau als sogenannte Hypokauste.

