Restaurierung


-- antikes Kachelmaterial

Antikes Kachelmaterial ist mindestens 100 Jahre alt. Oft hat es genau so viele Heizperioden mitgemacht. Thermische Belastung und Dehnungskräfte der früher ausschließlich als Grundöfen aufgebauten Kachelöfen haben auf Dauer Material-Ermüdung zur Folge; dies zeigt sich in feinen Kachelrissen (siehe "Aufbau Kachelofen"). Dazu kommen mechanische Schäden insbesondere im Sockel- und Türbereich, verursacht durch den ehemaligen Feuerungsbetrieb.

Man muß außerdem wissen, dass die Öfen früher ca. alle 10 Jahre umgesetzt, abgebaut und mit neuen Steinen wieder aufgebaut werden mussten, da der damals zur Verfügung stehende Schamott wegen seiner schlechten Temperaturwechselbeständigkeit mit den Jahren zerbröselte (Die heute verwendete Schamott-Qualität hält dagegen 60-80 Jahre). Im Rahmen der Ofen-Umsetzung kam es natürlich auch zu Kacheldefekten.



Ersetzt wurden kaputte Kacheln einfach durch Fremdkacheln, die auf der Rückseite des Ofens eingebaut wurden. Diese regelmäßigen Materialverluste sind auch der Grund, dass heute fast kein antiker Ofen aus ausschließlich originalem Kachelmaterial  aufgebaut werden kann.

Bild mit freundlicher Genehmigung der Staatlichen Fachschule für Keramik Landshut: "Historische Kacheln und Model — Vom Spätmittelalter bis zum Jugenstil", Hrsg. Franz Niehoff